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Marktkommentar | April 2026

Konjunktur    

USA: Im März präsentierten sich die US-Frühindikatoren uneinheitlich. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 52,3 Punkte (zuvor: 51,6; erwartet: 51,6). Der Dienstleistungssektor verzeichnete hingegen einen Rückgang auf 49,8 Punkte (zuvor: 51,7; erwartet: 51,5). Auch der Composite-PMI lag mit 50,3 Zähler (zuvor: 51,9) unterhalb des Niveaus des Vormonats. Überraschend positiv wurde das Verbrauchervertrauen gemeldet. Der Conference Board Consumer Confidence Index stieg im März auf 91,8 und übertraf damit die Erwartungen deutlich (zuvor: 91,2; erwartet: 88,0). Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust: Die Zahl der neu geschaffenen Stellen stieg überraschend auf 178.000 (zuvor: -133.000; erwartet: 65.000), die Arbeitslosenquote sank auf 4,3% (zuvor: 4,4%; erwartet: 4,4%). Die OECD erhöhte ihre Wachstumsprognose im Vergleich zur letzten Schätzung im Dezember um 0,2% auf 2,0%.

Eurozone: Auch in der Eurozone zeigten die Frühindikatoren ein heterogenes Bild: Während der Einkaufsmanagerindex der Industrie positiv überraschte, blieb er im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen zurück. Der Industrie-PMI stieg auf 51,6 Punkte (zuvor: 50,8; erwartet: 49,4) und lag damit wieder deutlich im expansiven Bereich. Der Dienstleistungs-PMI fiel auf 50,2 Punkte (zuvor: 51,9; erwartet: 51,1). Der Composite-PMI ging auf 50,7 Punkte zurück (zuvor: 51,9; erwartet: 51,1). Für das Jahr 2026 prognostiziert die OECD ein Wirtschaftswachstum von 0,8%, ein Rückgang um 0,4% im Vergleich zur letzten Schätzung.

Großbritannien: In Großbritannien trübte sich der Optimismus des Vormonats spürbar ein. Während der Industrie-PMI nur leicht auf 51,4 Punkte nachgab (zuvor: 52,0; erwartet: 50,1), verzeichnete der Dienstleistungs-PMI einen deutlicheren Rückgang auf 50,5 Punkte (zuvor: 53,9; erwartet: 53,0). Entsprechend lag der Composite-PMI mit 50,3 Punkten ebenfalls unter dem Vormonatsniveau und blieb hinter den Erwartungen zurück (zuvor: 53,7; erwartet: 53,0). Für das Jahr 2026 rechnet die OECD mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7%, eine Korrektur um 0,5% im Vergleich zur Schätzung von Dezember.

Japan: Die Einkaufsmanagerindizes in Japan präsentierten sich im März rückläufig. Der Industrie-PMI fiel auf 51,6 Punkte (zuvor: 53,0), der Dienstleistungs-PMI auf 53,4 Punkte (zuvor: 53,8). Entsprechend niedriger lag auch der Composite-PMI mit 53,0 Punkten (zuvor: 53,9). Die BIP-Prognose der OECD für das Jahr 2026 blieb im März unverändert bei 0,9%.

China: In China entwickelten sich die Frühindikatoren positiv und wurden im expansiven Bereich gemeldet. Der Industrie-PMI stieg auf 50,4 Punkte (zuvor: 49,0; erwartet: 50,1), während der Dienstleistungs-PMI auf 50,1 Punkte (zuvor: 49,5) zulegte. Der Composite-PMI verbesserte sich auf 50,5 Punkte (zuvor: 49,5). Die OECD rechnet für das Jahr 2026 unverändert mit einem Wirtschaftswachstum von 4,4%.

Inflation

In den USA stiegen im März sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation an. Die Gesamtinflation erhöhte sich auf 3,3% (zuvor: 2,4%; erwartet: 3,3%), während die Kerninflation leicht auf 2,6% zulegte (zuvor: 2,5%; erwartet: 2,7%). In der Eurozone stieg die Gesamtinflation auf 2,5% (zuvor: 1,9%; erwartet: 2,6%), während die Kerninflation leicht auf 2,3% zurückging (zuvor: 2,4%; erwartet: 2,4%). In Großbritannien blieb die Gesamtinflation unverändert bei 3,0% (zuvor: 3,0%; erwartet: 3,0%), während die Kerninflation leicht auf 3,2% anstieg (zuvor: 3,1%; erwartet: 3,1%). In Japan sank die Gesamtinflation leicht auf 1,3% (zuvor: 1,5%), während die Kerninflation stärker als erwartet auf 1,6% zurückging (zuvor: 2,0%; erwartet: 1,7%). In China verringerte sich die Gesamtinflation auf 1,0% (zuvor: 1,3%; erwartet: 1,2%), ebenso sank die Kerninflation deutlich auf 1,1% (zuvor: 1,8%). Vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts und deutlich gestiegener Energiepreise rechnen Marktteilnehmer in den kommenden Monaten mit steigenden Inflationsraten.

Geldpolitik

Im März ließen die Fed, die EZB sowie die Bank of England ihre Leitzinsen unverändert. Deutlich verschoben haben sich jedoch die Leitzinserwartungen für den Rest des Jahres 2026. Während in den USA Zinssenkungen mittlerweile vollständig ausgepreist sind, rechnen Marktteilnehmer für die Eurozone mit zwei Zinserhöhungen um jeweils 0,25% und für Großbritannien mit einer Erhöhung um 0,25%.

Fiskalpolitik

Der US-Haushaltsentwurf für 2027 sieht eine weitreichende Umschichtung öffentlicher Mittel vor: Während die Verteidigungsausgaben auf 1,5 Billionen US-Dollar ansteigen sollen, sind bei den zivilen Staatsausgaben Kürzungen von rund 10% vorgesehen. Mit dieser Priorisierung verfolgt die Trump-Regierung das Ziel, die nationale Sicherheit zu stärken. Angesichts der gegensätzlichen Budgetschwerpunkte wird mit langwierigen Verhandlungen im US-Kongress gerechnet.

Regulierung

Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran planen die USA eine Blockade der Straße von Hormus. Zudem werde die Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge gegen den Iran erwogen.

Asset Allocation


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